FAQ - Fragen und Antworten

Einführungsphase

Wann kommt die elektronische Gesundheitskarte?

Die gesetzlichen Krankenkassen haben nach intensiven Vorbereitungen ab Oktober 2011 mit der bundesweiten Ausgabe der elektronischen Gesundheitskarte mit Lichtbild begonnen. Die Einführung erfolgt schrittweise.

 

Wie erhalte ich meine elektronische Gesundheitskarte?

Grundsätzlich werden die Versicherten von ihrer Krankenkasse angeschrieben und gebeten, ein Lichtbild zur Verfügung zu stellen. Die Krankenkassen regeln die Ausgabe unterschiedlich. Wer detaillierte Informationen haben möchte, sollte sich am besten bei seiner Krankenkasse erkundigen.

 

Warum soll die Karte nun ein Lichtbild enthalten?

Das Lichtbild soll dazu beitragen, die missbräuchliche Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zu verhindern. Dies liegt im Interesse aller Beitragszahler. Kinder unter 15 Jahren und schwer Pflegebedürftige, die an der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können, benötigen kein Lichtbild auf ihrer elektronischen Gesundheitskarte.

 

Gelten für das Lichtbild besondere Anforderungen?

Das Lichtbild sollte den Karteninhaber zweifelsfrei erkennen lassen. Die Krankenkassen geben vor, was beim Lichtbild beachtet werden muss. Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass das Lichtbild den Anforderungen entspricht, wenn es sich an den Lichtbildanforderungen zum Passbild orientiert. In der Regel sind die meisten Fotoautomaten und Fotostudios auf die Anforderungen der Krankenkassen an das Lichtbild vorbereitet.

 

Muss ich eine Gebühr für die elektronische Gesundheitskarte zahlen?

Nein, die Versicherten erhalten die elektronische Gesundheitskarte grundsätzlich kostenlos. Es können lediglich Kosten für die Bereitstellung eines Lichtbildes entstehen. Das Lichtbild ist, wie beim Personalausweis oder Reisepass, vom Versicherten zur Verfügung zu stellen.

 

Sind die alten Krankenversichertenkarten noch gültig? Ab wann gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte?

Für eine begrenzte Übergangszeit gelten die bisherigen Krankenversichertenkarten neben der neuen elektronischen Gesundheitskarte. Bevor die Krankenkassen damit begonnen haben, elektronische Gesundheitskarten an ihre Versicherten auszugeben, wurden in Krankenhäusern sowie in Arzt- und Zahnarztpraxen neue Lesegeräte installiert, die sowohl die neuen elektronischen Gesundheitskarten als auch die bisherigen Krankenversichertenkarten verarbeiten können.

Wenn Versicherte mit ihrer elektronischen Gesundheitskarte auf eine noch nicht modernisierte Praxis treffen, werden sie auf jeden Fall behandelt. Die für eine Behandlung notwendigen Verwaltungsdaten müssen dann durch das Praxispersonal auf einem anderen, aufwändigeren Weg ermittelt werden. Bereits jetzt ist auch festgelegt, dass in absehbarer Zeit nur noch die elektronische Gesundheitskarte zum Einsatz kommen wird: Die Krankenversichertenkarte verliert dann ihre Gültigkeit. Die Krankenkassen informieren ihre Versicherten entsprechend.

 

Kann ich die elektronische Gesundheitskarte ablehnen und meine alte Krankenversichertenkarte behalten?

Nein, eine Ablehnung der elektronischen Gesundheitskarte ist nicht möglich. Der Gesetzgeber hat die Krankenkassen verpflichtet, ihre Versicherten mit einer elektronischen Gesundheitskarte auszustatten.

 

Neuerungen / Vorteile

Welchen Nutzen hat die elektronische Gesundheitskarte für mich als Patient?

Durch das Foto wird das Risiko der missbräuchlichen Inanspruchnahme von Leistungen minimiert und der Gemeinschaft der Versicherten entstehen dadurch weniger Kosten. Ferner liegt der Vorteil der elektronischen Gesundheitskarte gegenüber der Krankenversichertenkarte darin, dass sie einen Prozessor enthält. Er macht es möglich, dass zukünftig sensible Gesundheitsinformationen verschlüsselt und gegen unberechtigten Zugriff geschützt auf der Gesundheitskarte gespeichert werden können. Darüber hinaus sind die Gesundheitskarten für die Speicherung von medizinischen Anwendungen vorbereitet. Diese können – wenn der Versicherte es wünscht – ohne Austausch der Karten nach und nach aufgebracht werden. Voraussetzung ist, dass die neuen Anwendungen die Tests erfolgreich durchlaufen und die strengen Sicherheitsregeln einhalten. So sind z.B. später neben Notfalldaten, Patientenverfügungen und Organspenderklärungen auch eine Arzneimitteldokumentation, eine Impfdokumentation oder eine elektronische Patientenakte mit der elektronischen Gesundheitskarte möglich.

Insgesamt wird die Kommunikation der Behandler und damit die Qualität und Effizienz der Behandlung verbessert.

 

Was kann die elektronische Gesundheitskarte zurzeit?

In der ersten Stufe schützt im Unterschied zur bisherigen Krankenversichertenkarte ein aufgedrucktes Foto des Versicherten davor, dass andere Personen die Karte einsetzen, um missbräuchlich Leistungen in Anspruch zu nehmen. Auf der Rückseite können die Krankenkassen die Europäische Krankenversicherungskarte aufdrucken lassen. Sie ermöglicht eine unbürokratische medizinische Versorgung im europäischen Ausland. Die Europäische Krankenversichertenkarte ist in allen 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz anerkannt.

 

Welche Anwendungen sind noch vorgesehen?

Konkret befinden sich mehrere Anwendungen in der Entwicklung: Zum einen sollen sich die Verwaltungsdaten des Versicherten online aktualisieren lassen. Dann ist z. B. bei Adressänderungen ein Kartentausch nicht mehr notwendig. Zum anderen ist die elektronische Gesundheitskarte technisch dafür vorbereitet, medizinische Informationen wie Notfalldaten aufzunehmen, wenn der Versicherte dies wünscht. Ferner soll die sichere Kommunikation zwischen Ärzten ermöglicht werden, z.B. zur Übermittlung von Arztbriefen und Befunden.

In Zukunft ist es außerdem möglich, dass z. B. eine Arzneimitteldokumentation oder eine elektronische Patientenakte mit der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden.

 

Muss ich alle Anwendungsmöglichkeiten nutzen?

Die Speicherung von Verwaltungsdaten ist für alle gesetzlich Versicherten verpflichtend. Dies sind Angaben zur Person wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Anschrift und Angaben zur Krankenversicherung. Dazu zählen die Krankenversichertennummer und der Versichertenstatus (Mitglied, Familienversicherter oder Rentner). Diese Daten dienen den Krankenkassen als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme von Leistungen. Alle darüber hinausgehenden medizinischen Informationen werden zukünftig nur auf ausdrücklichen Wunsch des Versicherten gespeichert. Er ist also Herr über diese medizinischen Daten.

 

Kann ich auf der Karte gespeicherte medizinische Informationen wieder löschen lassen?

Es ist geplant, dass der Versicherte seine Daten jederzeit einsehen, ausdrucken, verbergen und löschen lassen kann.

 

Was habe ich davon, dass die Europäische Krankenversicherungskarte auf die elektronische Gesundheitskarte gedruckt ist?

Versicherte, die im europäischen Ausland unterwegs sind, erhalten unbürokratisch medizinische Hilfe. Die Europäische Krankenversicherungskarte wird in allen 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz anerkannt.

Anwendungen beim Arzt

Was passiert, wenn ich meine elektronische Gesundheitskarte vergessen habe oder die Karte nicht gültig ist?

Es gelten die gleichen Bedingungen wie für die bisherige Krankenversichertenkarte: In der Regel behandelt der Arzt auch Patienten, die keine Versichertenkarte vorlegen können bzw. deren Karte ungültig ist. Der Versicherte muss den Versicherungsnachweis innerhalb einer bestimmten Frist nachreichen. Nach Ablauf der Frist kann der Arzt eine Privatvergütung verlangen.

 

Bekomme ich sofort eine PIN für meine elektronische Gesundheitskarte?

Die PIN wird erst benötigt, wenn auf der Karte zu einem späteren Zeitpunkt auch medizinische Informationen gespeichert werden. Diese können nur nach Eingabe der PIN gelesen werden (Ausnahme: Notfalldaten). Die Übersendung der PIN ist Sache der Krankenkassen.

 

Welchen Sinn hat die geplante Aufnahme der Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte?

Für den Rettungsdienst sind die Notfalldaten (z. B. über Allergien) für die Beurteilung eines unbekannten Patienten mit Akutbeschwerden sowie in der Notaufnahme im Krankenhaus hilfreich. Für die Patienten können diese Informationen auf der elektronischen Gesundheitskarte so lebensrettend sein.

 

 

Datensicherheit

Können meine sensiblen Gesundheitsdaten missbraucht werden, wenn ich meine Karte verliere oder sie gestohlen wird?

Nein, der Datenschutz ist durch gesetzliche und technische Maßnahmen gewährleistet. Die elektronische Gesundheitskarte enthält einen Prozessor, der es ermöglicht, medizinische Informationen zu verschlüsseln und damit für Dritte unlesbar zu machen. Nur wenn der Arzt seinen elektronischen Heilberufsausweis und der Patient seine elektronische Gesundheitskarte in das Kartenterminal einschieben, können die medizinischen Daten gelesen werden (Zwei-Schlüssel-Prinzip). Zusätzlich muss der Patient diesen Zugriff durch die Eingabe seiner PIN erlauben. Eine Ausnahme bildet der Zugriff auf die Daten des Notfalldatensatzes.

 

Dürfen Dritte, z. B. Krankenkassen oder Arbeitgeber, Zugriff auf die gespeicherten Daten verlangen?

Nein, auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeicherte Daten dürfen nur zum Zweck der medizinischen Versorgung verwendet werden. Missbrauch wird strafrechtlich verfolgt. Der Versicherte bestimmt durch das Einstecken seiner Karte ins Lesegerät und die Eingabe seiner PIN, wer die Daten einsehen darf. Nur Leistungserbringer, die über den zweiten Schlüssel, den Heilberufsausweis, verfügen, können auf die Daten zugreifen.

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Aktuelles

29.01.2016 - Peter Schaar ist Vorsitzender der Schlichtungsstelle

Die Gesellschafter der gematik haben den früheren Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar zum 1. Januar 2016 als Vorsitzenden der Schlichtungsstelle berufen. Als unparteiischer Vorsitzender der Schlichtungsstelle wird Peter Schaar die Entscheidungen über Regelungen, Aufbau und Betrieb der Telematikinfrastruktur mit voranbringen. Seine Berufung geht einher mit einer Stärkung der Schlichtungsstelle, die das im vergangenen Dezember verabschiedete E-Health-Gesetz durch die Ausdehnung des Schlichtungsverfahrens auch auf den Wirkbetrieb vorsieht

Telematikinfrastruktur:

Keine Abstriche bei Qualität und Sicherheit

27.07.2015 - Die Industrie hat der gematik Terminverzögerungen bei der Lieferung der zulassungsfähigen Produkte für die Telematikinfrastruktur (TI) gemeldet. Betroffen von den Verzögerungen sind vor allem die dezentralen Produkte der TI wie etwa der Konnektor, der in den Erprobungspraxen und -krankenhäusern die sichere Verbindung in die TI ermöglichen wird.

13.7.2015

Die Gematik sieht in ihrem Projektplan vor, dass der Online-Roll-Out bis Ende 2015 abgeschlossen sein soll.  Dr. Thomas Kriedel, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der gematik, sieht diesen Zeitplan kritisch aufgrund des E-Health-Gesetzes, das bestimmte Fristen und Sanktionen vorsieht. Wenn die Fristen eingehalten werden sollen, ist die Zeit zu kurz, um die medizinischen Anwendungen ausreichend zu testen. Diese Anwendungen ermöglichen den Ärzten, ihren bürokratischen Aufwand zu reduzieren.

Das Sichere Netz der KVen (SNK) wurde eingeführt, damit ihre Mitglieder ein sicheres Netz bereits jetzt nutzen können. Dieses Netz wird an die künftige TI-Infrastruktur angekoppelt, es wird niemals als separates Netz weiterlaufen.

 

Das Interview mit Dr. Thomas Kriedel, können Sie hier anschauen

Bundeskabinett beschließt den E-Health-Gesetzentwurf
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